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Materialrückgewinnung: Gewinn und Nachhaltigkeit im Abbruchprozess in Einklang bringen
14 November 2024
In der sich wandelnden Welt des Abbruchs und Recyclings entstehen neue Unternehmen, die sich auf die Rückgewinnung von Vermögenswerten und Nachhaltigkeit konzentrieren und damit den Ansatz der Branche neu gestalten.
Das Gelände der ehemaligen Locke-Isolatorenfabrik in Baltimore. (FOTO: SUSA)Ein Beispiel hierfür ist das in den Vereinigten Staaten ansässige Unternehmen SUSA International – ein Spezialist für die Rückgewinnung und Verwertung von Vermögenswerten, der Nachhaltigkeit als profitables Geschäft vermarktet und aus Materialien, die sonst auf Mülldeponien landen würden, ungenutzte Werte gewinnt.
Ihre Arbeit umfasst die Bergung von Baumaterialien wie Holz, Ziegeln und Metallen sowie von Gebäudeinhalten, einschließlich Industrieanlagen, elektrischen Schaltanlagen und Inventar, zur Reparatur, Wiederverwendung, zum Weiterverkauf und zum Recycling – was sowohl der Umwelt als auch den Kunden zugutekommt.
Wie unterscheiden sich diese neuen Unternehmen der „Kreislaufwirtschaft“ von den traditionellen Abfallrecycling- und Anlagenrückgewinnungsunternehmen in diesem Sektor?
Abriss und Recycling neu denken
Unternehmen wie SUSA verfolgen den Grundsatz, Materialien ein zweites Leben zu geben, anstatt sie auf der Mülldeponie zu entsorgen. Geoff Devlin, Mitglied des Führungsteams von SUSA, erklärt: „Wir sind kein Abrissunternehmen. Wir haben uns auf die Wertschöpfung durch die Verwertung von Vermögenswerten spezialisiert, um aus jedem Teil eines Gebäudes Wert zu generieren.“
Geoff sagt, dieser Ansatz spreche Kunden an, die Projekte mit Nachhaltigkeitszielen in Einklang bringen wollen, da er keine Wahl zwischen Nachhaltigkeit und Rentabilität erfordere.
Manche mögen dieses Modell jedoch als komplex empfinden. Zwar lassen sich viele Materialien wiederverwerten, doch erfordert der Prozess eine sorgfältige Planung und oft die Anleitung von SUSA hinsichtlich der Materialtrennung und des Abbaus von Strukturen.
Unternehmen, die sich mit der Rückgewinnung und Verwertung von Anlagen befassen, verfügen oft über eigene Einrichtungen zur Lagerung und Sortierung von Ausrüstung von Abbruchstellen. (FOTO: SUSA)Geoff räumt dies zwar ein, doch SUSA hat sich zum Ziel gesetzt, den Auftragnehmer deutlich zu entlasten. Das Unternehmen übernimmt nicht nur die Demontage der Anlagen, sondern auch die arbeitsintensive Sortierung, Trennung, Aufbereitung und Lagerung der meisten Anlagen vor dem Weiterverkauf.
SUSA betreibt eigene Lagerhallen, in denen ein Team kleinere, hochwertige Gegenstände recherchiert, demontiert, aufbereitet und verkauft, die nicht unbedingt im herkömmlichen Sinne recycelt oder wiederverwendet werden können. SUSA übernimmt auch den Vertrieb der geborgenen Gegenstände, insbesondere bei der Verarbeitung spezieller Materialien.
Nachhaltigkeit und Praktikabilität im Gleichgewicht halten
Die Verbindung von Wirtschaftlichkeit und Umweltverantwortung ist zwar lobenswert, doch der Rückbau von Gebäuden zur Materialerhaltung kann mehr Zeit und Ressourcen in Anspruch nehmen, was nicht immer mit den Prioritäten oder dem Budget eines Abbruchunternehmens übereinstimmt. Dies ist mit ein Grund, warum manche in der Rückbaubranche skeptisch bleiben.
Geoff bestätigt dies: „Manchmal gehen Abbruchunternehmen davon aus, dass die Wertstoffgewinnung aus Anlagen zu Verzögerungen oder einer erhöhten Komplexität ihres Projekts führt. Die abnehmbaren/nicht fest installierten Materialien und Geräte werden jedoch in der Regel bereits vor der Erteilung einer Abbruchgenehmigung entfernt, sodass sie kaum oder gar keine Auswirkungen auf den Zeitplan haben.“
Auch wenn dies für Bauunternehmer mit engen Zeitvorgaben eine erhebliche Belastung darstellen kann, können die Vorteile des Einsatzes von Spezialisten für die Anlagenrückgewinnung den zusätzlichen Zeitaufwand rechtfertigen.
Eine Fallstudie
Ein Beispiel dafür ist die Arbeit von SUSA an der Locke-Isolatorenfabrik in Port Covington, Baltimore. Das 6 Hektar große Werk, in dem einst 24 Brennöfen standen und bis zu 500 Mitarbeiter beschäftigt waren, produzierte Porzellanisolatoren für General Electric, die 1920 Anteile daran erworben hatte. Der Abriss begann 2022, wobei SUSA die Zusammenarbeit mit den Abriss- und Umweltschutzteams koordinierte.
Der Abriss der Locke-Isolatorenfabrik begann 2022 und wurde letztes Jahr abgeschlossen. (FOTO: SUSA)
SUSA übernahm die Verwertung aller Vermögenswerte, darunter Eisen- und Nichteisenmetalle, Maschinen sowie Altholz und Ziegel. „Es enthielt allerlei elektrische und historische Geräte“, sagt Geoff. „Die Ziegel waren antik, und die Hersteller kauften sie tatsächlich zurück, weil es billiger und einfacher war, als neue Ziegel im Antik-Look herzustellen.“
SUSA erzielte durch den Verkauf von Vermögenswerten 3,5 Millionen US-Dollar für den Projektinhaber, darunter eine steuerpflichtige Spende, die eine Steuergutschrift einbrachte. Rund 5.000 Tonnen Stahl, 24 Ladungen Holz und 1.200 Tonnen Ziegel wurden wiederverwertet, wodurch 1.540 Tonnen Material nicht auf der Deponie landeten.
Dank einer anreizbasierten Vereinbarung mit dem Abrissunternehmen konnte Altholz nicht auf der Mülldeponie entsorgt werden. (FOTO: SUSA)
„Es gibt so viele wertvolle Teile, an die die Leute gar nicht denken“, sagt Geoff. Beispielsweise verkauft SUSA Transformatoren, Stromverteilungseinheiten und verschiedene Komponenten oft als wertvolle Ersatzteile, anstatt sie mit geringeren Erträgen zu recyceln.
Im Fall des Locke-Werks wurde SUSA vom Auftraggeber beauftragt und entwickelte gemeinsam mit dem Abrissunternehmen ISI Demolition ein leistungsbezogenes Vergütungssystem, um den Wert des Holzes zu erhalten. In vielen Fällen wird SUSA jedoch direkt von Abrissunternehmen als Partner beauftragt und ist somit Bestandteil des Angebots des Auftragnehmers.
„Letztendlich sind Abbruchunternehmen überzeugt, dass wir einen höheren Mehrwert für sie erzielen können als sie selbst“, erklärt Geoff. Er fügt hinzu: „Wenn Sie frühzeitig mit uns sprechen, können wir die Wertschöpfung maximieren. Das hilft den Abbruchunternehmen, das wettbewerbsfähigste Angebot abzugeben und Verzögerungen im Zeitplan zu vermeiden oder gegebenenfalls zusätzliche Zeit einzuplanen.“
Alte Geräte und Maschinenteile bringen oft höhere Einnahmen als das Recycling. (FOTO: SUSA)
Das Anlagenrückgewinnungsmodell: Kosten und Nutzen
Für Bauunternehmer, die Unternehmen wie SUSA in Betracht ziehen, stellen zusätzliche Komplexitäts- und Verwaltungsebenen potenzielle Bedenken dar, insbesondere bei kleineren Projekten, bei denen der zusätzliche Aufwand möglicherweise nicht lohnenswert erscheint.
Auch wenn finanzielle Gewinne nicht garantiert werden können, hebt Geoff ein Gewinnbeteiligungsmodell hervor, bei dem SUSA einen Teil der Einnahmen aus dem Verkauf von Vermögenswerten erhält. „Wir teilen den Gewinn mit unseren Partnern“, erklärt Geoff und betont damit das Bestreben von SUSA, die bestmögliche Rendite zu erzielen.
Während bestimmte Nischenprodukte möglicherweise keine schnellen Erträge bringen, bieten SUSA und ähnliche Unternehmen Flexibilität, indem sie es Auftragnehmern oder Kunden ermöglichen, Wiederverkaufszeiträume für zurückgewonnene Vermögenswerte festzulegen.
„Es gibt noch einen weiteren Vorteil“, bemerkt Geoff. „Wir liefern unseren Kunden detaillierte und transparente Finanzberichte und Berichte zur Abfallvermeidung, sodass der Abrissunternehmer dies nicht tun muss.“
(FOTO: SUSA)
Auswirkungen auf den gesamten Abbruchsektor
Mit zunehmend strengeren Vorschriften und dem wachsenden Einsatz umweltfreundlicher Verfahren wird von Abbruchunternehmen immer mehr erwartet, dass sie ihre Nachhaltigkeit – und die ihrer Partner – nachweisen. Firmen wie SUSA, die Daten zur Materialverfolgung bereitstellen, könnten hierbei eine wichtige Unterstützung bieten.
Darüber hinaus stehen Bauunternehmer, die versuchen, Bauteile wie Türen, Fenster und andere Baustoffe zu bergen, vor Herausforderungen beim Weiterverkauf zur Wiederverwendung. Hier könnten Unternehmen wie SUSA dazu beitragen, einen strukturierteren Markt zu etablieren.
Das Potenzial
Es bleibt zwar ungewiss, ob sich dieses Modell weit verbreiten wird, aber Geoff ist überzeugt, dass es „besser für die Umwelt, besser fürs Geschäft und besser für die Zukunft der Branche“ ist.
Tatsächlich könnte die Zukunft des Abrisses von denen bestimmt werden, die Abfall in Wertstoffe verwandeln können.
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